Das Saarland wurde von der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise überdurchschnittlich hart getroffen.
In fast allen Branchen, darunter besonders im Fahrzeug- und Maschinenbau sowie in der Metallwirtschaft,
hat es sehr starke Produktionseinbrüche und Nachfragerückgänge gegeben.
Dabei kam es außerdem zu einem starken Rückgang im Export- und Außenhandel.
Die Folgen der Krise sind nicht zuletzt auf dem Arbeitsmarkt spürbar.
Im November 2009 lag die Arbeitslosenquote im Saarland bei 7,4 Prozent. Auf 37.171 Arbeitslose (ein Plus von 3463 zum Vormonat) kamen 5965 gemeldete Jobs.
Dank arbeitspolitischer Maßnahmen wie Kurzarbeit konnten die Zahlen verhältnismäßig niedrig gehalten werden.
Das Saarland hatte bundesweit einen der stärksten Anstiege
Das Saarland hatte bundesweit einen der stärksten Anstiege an Ein-Euro-Jobbern und Teilnehmer/Innen an beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen.
Viele Betriebe, auch kleine und mittlere Unternehmen, im Saarland haben von der Kurzarbeiterregelung Gebrauch gemacht. Die großen Betriebe haben ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, ein Ende ist derzeit bei vielen Betrieben noch nicht absehbar. Im Bosch Werk Homburg wird die Kurzarbeit noch bis mindestens Ende dieses Jahres laufen. Ein Stellenabbau ist in weiterer Folge nicht auszuschließen, sofern sich keine Besserung der Wirtschaftslage zeigt.
Ähnlich ist die Situation bei der Gießerei Halberg-Guss in Saarbrücken. Im September wurde das Insolvenzverfahren eingeleitet. Die Mitarbeiter sind bis Jahresende in Kurzarbeit. Eine Sanierung des Betriebes wird langfristig nicht ohne Kündigungen vonstatten gehen.
Bei Thyssen-Krupp in Gerlach war bereits im Oktober vom Abbau von 180 Stellen die Rede, insgesamt sind 350 Arbeitsplätze betroffen.
Mit dem
KonjunkturpaktSaar haben das Saarland und der Bund eine Reihe von Maßnahmen gegen die drohende Arbeitslosigkeit gesetzt. Dazu gehören das Kurzarbeitergeld, der Ersatz von Lohnausfall oder auch gezielte Förderungsmaßnahmen für gering qualifzierte ArbeitnehmerInnen, die von Kurzarbeit betroffen sind. Diese werden bei Qualifizierungsmaßnahmen gefördert, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt verwertbar sind.
Die Zukunft am Arbeitsmarkt im Saarland
Die Zukunft am Arbeitsmarkt liegt weniger in der Industrie als im
Pflege- und Sozialbereich. Dieser wird zunehmend eine wichtigere Rolle spielen. Große demografische Veränderungen wie der Rückgang von Geburtenzahlen und die steigende Lebenserwartung, machen auch vor dem Saarland nicht halt.
Die Branche der Pflege- und Sozialbereiche soll laut Sozialministerin Kramp-Karrenbauer außerdem eine deutliche finanzielle Aufwertung erfahren. Fachkräfte und Pflegepersonal in der Altenpflege werden bereits jetzt dringend benötigt. Interessierte profitieren von zahlreichen beruflichen Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Saarland. Doch die Ansprüche sind hoch: hohe Belastbarkeit, Verantwortungsbewusstsein, und Einfühlungsvermögen sind genauso wichtig wie medizinische Kenntnisse und Stressresistenz.
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